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die brennende pagode - JETZT ONLINE
Alternativ zur Printausgabe könnt ihr die brennende Pagode jetzt auch online lesen- leider ohne Bilder und schlecht formatiert... Trotzdem viel Spaß bei der Lektüre!
Hauni
Dies ist ein Publikationsorgan der Arbeitsgruppen des Instituts für Ostasienwissenschaften (OAW), die sich im Zuge der Studierendenprotestbewegung im Herbst 2009 formierten. Wir sehen uns unabhängig von den StV der OAW.
[i]die brennende pagode, Nr. 2, März 2010
Kämpfen und Kuscheln?
Herzlich willkommen zur zweiten Episode von "Mitten in der brennenden Pagode", live aus dem Universitätscampus des Alten AKH! Wieder einmal ist es soweit und das Motto lautet: "der/die Schwächste fliegt!"; und zwar nicht in die weichen Polsterbezüge unserer neuen Kommunikativ-Kreativen Kuschelecke im Hörsaalzentrum, die von der Uni Wien zur Verfügung gestellt wurden. Vielen Dank an die Zuständigen, die damit "ein Anliegen aufgreifen, das vielfach von Studierenden vorgebracht wurde".0 Wer erinnert sich nicht mehr an den heldenhaften Kampf der Audimax-BesetzerInnen für Freiheit der Bildung, Demokratisierung der Universitätsstrukturen – und für schöne, weiche Sofas.
Die Anzeige dieses Bildes wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht unterstützt. Wir bedanken uns bei der Universitätsleitung und würden nur noch gerne die Frage stellen, warum die Security-Leute eigentlich nach der endgültigen Räumung des Hörsaalzentrums noch immer nicht wieder abgezogen wurden, und wie viel der Spaß eigentlich kostet; denn selbst Springbrunnen können ja schon leicht in die zehntausenden Euro fallen.
Änderungen zum Semesterbeginn - Aber die, die wir wollen?
Bemerkungen zu einigen Zugangsbeschränkungen der anderen Art
Ein Thema, das die meisten von uns interessiert, ist die Frage nach allgemeinen Zugangsbeschränkungen. Bisher hat sich die Regierung im Laufe der Studierendenproteste kaum klar weder für noch gegen allgemeine Zugangsbeschränkungen ausgesprochen und beschränkt sich mit allfälligen Aussagen auf sogenannte "Massenstudien" wie z.B. Medizin oder Psychologie. So können wir "kleine" Studienzweige derzeit noch von Glück reden, nicht im Fokus der Entscheidungsträger zu liegen, denn laut Aussagen der neuen Wissenschaftsministerin sind Zugangsbeschränkungen beliebter denn je. Es wurde der Redaktion der brennenden pagode von einer anonymen Quelle zugetragen, dass ein Professor innerhalb der Ostasienwissenschaften die Absicht habe, den Master WiGes (Wirtschaft und Gesellschaft Ostasiens) auf Englisch umzustellen. An sich eine Idee, die zu diskutieren ist. Allerdings hat die Sache einen Haken. Dies würde Zugangsbeschränkungen effektiv Tür und Tor öffnen, wie man am folgenden Ausschnitt des Universitätsgesetzes (UG 2002, Stand 01.03.2009) Paragraph 64 Abschnitt 6 erkennen kann:
"Für Master- und PhD Studien, die ausschließlich in einer Fremdsprache angeboten werden, kann das Rektorat die Zahl der Studierenden festlegen und die Zulassung durch ein Aufnahmeverfahren regeln. Vor dieser Festlegung ist dem Senat Gelegenheit zur Stellungnahme binnen zwei Monaten zu geben." (Hervorhebung der Red.)
Das Rektorat erhält somit die Möglichkeit, auf legalem Wege Studienbeschränkungen einzuführen; und das ganz ohne Regierungsbeteiligung!
Doch nicht nur im Universitätsgesetz werden den Studierenden Hindernisse in den Weg gelegt, sondern auch im nachweislich "dürftig" programmierten univis-Anmeldesystem kann sich die/der eine oder andere Studierende ganz beiläufig das Genick brechen. Von Seiten der Universität scheint die allgemeine Lage jedoch nicht als problematisch aufgefasst zu werden; dies mag entweder auf einen Mangel an Interesse oder aber einen Mangel an Kompetenz zurückzuführen sein. Anders lässt sich sonst nicht erklären, wie in einer offiziellen Bekanntmachung der Online-Zeitung der Universität Wien verkündet werden kann, dass "noch Zeit ist, sich für ein Studium an der Universität Wien zu melden" da die Zulassungsfrist für eine Inskription "noch bis 15. März läuft". Dass zu diesem Zeitpunkt jedoch die Anmeldung für sämtliche Lehrveranstaltungen nicht mehr möglich ist, wird verschwiegen. Des Weiteren endet die Anmeldefrist für die Orientierungsveranstaltung der Japanologie schon einige Tage vor dem Ende der offiziellen Anmeldefrist für andere Kurse, was eine weitere Hürde darstellt. Semesterbeginn leicht gemacht ... oder doch eher eine österreichische Lösung für Zugangsbeschränkungen?
Die Anzeige dieses Bildes wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht unterstützt. Allgemein stellt sich beim Anmeldesystem die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieses – angeblich einheitlichen – Systems, welches die Lehrveranstaltungsleitung nicht einmal verpflichtet, es auch zu verwenden. In nicht wenigen Kursen wird die Anmeldung außerhalb des Systems geregelt, indem man sich entweder bei der Lehrveranstaltungsleitung per e-Mail oder persönlich anmelden muss. Es kommt auch vor, dass die Anmeldung nur über eGate möglich ist, wobei teilweise das "First-Come-First-Serve"-Prinzip zur Anwendung kommt, wie man anhand des Beispiels folgender (namentlich nicht erwähnter) Lehrveranstaltung erkennen kann:
"Die Anmeldung erfolgt zunächst über eine Bewerberliste. In der Woche vor Beginn der Lehrveranstaltung [...] werden Sie [...] informiert, ob Sie in die LV aufgenommen wurden. Kriterien für eine Aufnahme sind insbesondere die Notwendigkeit der LV für die Fortsetzung des Studiums [...] und die Reihenfolge der Anmeldung." (Hervorhebung der Red.)
Der OAW Sumpf
Domenig wird gestoßen
der Tod der Bildung
Auch wir wollen, dass
Herr Mag. Dr. Domenig bleibt!
Jetzt unterschreiben! An der Pinnwand im 1.Stock Japanologie, oder online auf:
http://petition.japanologie.at
Aufgrund der Leistungsvoraussetzungsketten kann es in vielen Fällen nur mehr als utopisch angesehen werden, innerhalb der Mindeststudienzeit inklusive Toleranzsemester zu bleiben, und nicht die Studiengebührenbefreiung und Familienbeihilfe zu verlieren und eventuelle Studienbeihilfen zurückzahlen zu müssen. Die Studieneingangsphase innerhalb der Sinologie ist übrigens – zumindest für den Master der Japanologie – nicht anrechenbar. Wir wünschen also viel Spaß bei der Absolvierung von Kursen, die euch noten- und finanzamttechnisch nichts bringen, jedoch den Großteil eurer Freizeit bzw. eures Punktekontos verschlingen werden. In diesem Sinne wird die individuelle Erweiterung des eigenen Wissens-Horizonts bestraft und zugunsten einer wirtschaftlichen, normierten Ausbildung zu Grabe getragen.
Daher stellt sich für uns die Frage, warum man immer noch an einem vollkommen ungenügend umgesetzten Anmeldesystem festhält, welches noch dazu durch die Willkür von LehrveranstaltungsleiterInnen ad absurdum geführt wird, und welches den Studienerfolg durch ungenügend klare Darlegung der Anmeldefristen gefährdet.
Diese und andere Probleme sind nicht nur unsere Probleme: es sind die Probleme von allen Studierenden. Ob nun Bachelor, Bakkalaureat, Master oder PhD, die Probleme sind vorhanden und können nur von uns allen gemeinsam gelöst werden. In diesem Sinne fordert euch die Gruppe OAW dazu auf, eure Augen offenzuhalten und euch die eventuellen Ungerechtigkeiten nicht einfach gefallen zu lassen: nur zusammen können wir bewirken, dass für die momentanen Missstände zumutbare und zufriedenstellende Lösungen gefunden werden.
AG Anmeldesystem Sinologie – Für mehr Transparenz!
Bonuspunkte? “Schienen”0 bei der Anmeldung für Sprachkurse?
In diesem Artikel möchte sich die AG Anmeldesystem Sinologie vorstellen. Zusammen mit der Studienprogrammleitung (SPL) haben wir uns bereits über mögliche Verbesserungen Gedanken gemacht und einige Vorschläge unsererseits bezüglich des Anmeldesystems umgesetzt.
In Kooperation mit der SPL konnten wir erreichen, dass:
· das Punktesystem weiterhin bestehen bleibt (unserer Ansicht nach zurzeit die beste Option);
· Japanologie, Sinologie und Koreanologie jeweils einen eigenen Cluster im Anmeldesystem bilden;
· Studenten, die den Kurs für den Studienplan benötigen, präferiert werden.
In unserer bisherigen Arbeit wurde viel über die Einführung eines Bonuspunktesystems diskutiert. Wir, die AG Anmeldesystem für Sinologie, wollten und wollen immer noch im kommenden Sommersemester eine Abstimmung aller OAW-Studierenden über das Bonuspunktesystem durchführen. Den Link werdet ihr auf den Homepages der Japanologie, der Sinologie und auf dongxi.at finden! Das Bonuspunktesystem wurde von der SPL ohne unsere Beteiligung und ohne unsere Zustimmung eingeführt. Dieses Bonuspunktesystem gibt allen Studierenden zusätzlich zu den 100 Grundpunkten und den 1000 Punkten für in dem entsprechenden Cluster (z.B. Sinologie) inskribierte Studierende weitere 20 Bonuspunkte pro im entsprechenden Cluster absolvierten ECTS. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Noten bereits vor Anmeldebeginn im System eingetragen sind. Sollte die geplante Abstimmung negativ ausfallen, wird sich die AG Anmeldesystem Sinologie dafür einsetzen, die Bonuspunkte im Anmeldesystem wieder abzuschaffen.
Die Anzeige dieses Bildes wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht unterstützt. Die Anzeige dieses Bildes wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht unterstützt. Eine weitere Forderung unsererseits ist, mehr Transparenz in das Anmeldesystem zu bringen. Darunter ist zu verstehen, dass die Studierenden zum Beispiel bei der Anmeldung zu „Modernes Chinesisch“ sehen können, wie viele Leute bereits eine bestimmte Gruppe als erste Präferenz angegeben haben. Somit ist es möglich, sich die Höhe der Punkte und auch außeruniversitäre Termine leichter einzuteilen.
Dieses Semester wurden auf Wunsch des Instituts für die Sprachgruppen neuerdings „Schienen“ eingeführt. Dies hat zum Ziel, die Koordination zwischen den einzelnen Sprachfächern zu verbessern und dadurch die Qualität der Sprachkurse zu heben. Allerdings führt dieses System unweigerlich zu weniger Flexibilität bei der Stundenplangestaltung. Je nachdem, wie sich die Studierenden mit dieser Art der Anmeldung zurechtfinden, wird dieses System beibehalten oder, dafür möchten wir uns einsetzen, wieder abgeschafft.
Außerdem möchten wir durchsetzen, dass alle Prüfungsanmeldungen über das univis-System laufen, um die Prüfungsanmeldungen für die Studierenden zu vereinheitlichen und damit zu erleichtern. Dadurch sollen die Prüfungsanmeldungen über E-Mail, Anmeldelisten oder „fronter“ ersetzt werden.
Wir freuen uns jederzeit über Wünsche, Anregungen, Beschwerden und Partizipation aller Studierenden!
Auf Seite 4 dieser Ausgabe der brennenden pagode findet ihr übrigens ein freies Feld, das euch Raum geben soll, uns eure Meinungen zu Bonuspunkten und „Schienen“ sowie eure positiven und negativen Erfahrungen mit dem Anmeldesystem mitzuteilen. Die Abschnitte könnt ihr dann in die Feedbackboxen am Institut werfen.
Eure AG Anmeldesystem:
Michael Meingaßner, Sabine Ullram, Klara Welz
0 Automatische Zuteilung zu einer Gruppe innerhalb mehreren, zusammenhängenden Lehrveranstaltungen.
Bologna den Prozess machen!
Vom 11. bis 12. März werden die Bildungsminister*innen 46 europäischer Staaten zur 10-Jahre-Jubiläumskonferenz des Bologna-Prozesses nach Wien und Budapest geladen. Angesichts der Zustände an den Universitäten und den breiten Protesten für freie Bildung, sind die geplanten Feierlichkeiten eine Verhöhnung der Uni-Angehörigen.
Der Bologna-Prozess hat das Ziel, die Vereinheitlichung des europäischen Hochschulraumes für mehr Dynamik und Mobilität, klar verfehlt. Die stark verschulten Studienpläne und der Druck, diese in Mindeststudienzeit zu absolvieren, erschweren es, Auslandssemester zu machen. Das neue dreistufige Studiensystem führte zu erhöhter sozialer Selektion. Während der Bachelor einer größeren Zahl zugänglich sein sollte, verdünnen sich Master und PhD zu einem Eliteprogramm, das vor allem Frauen ausschließt. Zudem kommt die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen, sowie die Einführung von Studiengebühren und vermehrter Demokratieabbau an den Universitäten. Die schwere finanzielle Lage zwingt mehr und mehr Hochschulen, Konzerne als Investoren für Forschung an die Universität zu locken, unabhängige und freie Forschung wird dabei unmöglich. Die Ausrichtung der Lehrinhalte auf Arbeitsmarkt-Interessen im Zuge der Lissabonstrategie betrifft nicht nur Universitäten, sondern soll zur Leitlinie des gesamten Bildungswesens werden, dies schränkt die Möglichkeit, selbstbestimmt und kritisch zu lernen, ein.
Angesichts dieser desaströsen Lage sehen wir keinen Grund, das 10- jährige Bestehen der Bolognareform zu feiern. Die europaweiten Proteste unter Studierenden, Lehrenden und Schüler*innen zeigen, dass die Politiker*innen nicht mehr über unsere Köpfe entscheiden können.
Die Bolognastrategie ist fehlgeschlagen und bietet keinen Grund zu internationalen Feierlichkeiten. Deshalb wollen wir die Konferenz mit Demonstrationen, Streik und Blockaden "empfangen", auf einem Gegengipfel die europäische Hochschulpolitik kritisch hinterfragen und die Vernetzung der internationalen Bildungsproteste vorantreiben.
Komm, beteilige dich! Stören wir gemeinsam ihre Feierlichkeiten, und zeigen, dass diese Hochschulreform kein Grund zu feiern ist!
Die Bologna AG #unibrennt Vienna www.bolognaburns.org
OAW-Beteiligung am Bologna-Gegengipfel! Bologna den Prozess machen!
Die Anzeige dieses Bildes wird in Ihrem Browser möglicherweise nicht unterstützt. Wie bereits erwähnt, gibt es Überlegungen einiger OAW-Studierender, sich in Form eines OAW-Blocks an der Demo “Bologna den Prozess machen” am 11.3., 15:00 Uhr, Westbahnhof, zu beteiligen. Infos zu Treffpunkten für Vorbereitungen (Transparente) und Teilnahme an der Demo werden noch auf dongxi.at sowie auf unserer OAW-AGs Plattform auf moodle veröffentlicht.
Demonstration
Datum: 11.03.2010, Donnerstag
Uhrzeit: 15:00
Ort: Westbahnhof
Aufruf zur Beteiligung an den OAW-AGs!
Die AG STEP, die sich in der ersten Nummer der brennenden pagode vorstellte, sucht im Speziellen Studierende der Sinologie, die sich an den Denk- und Diskussionsprozessen beteiligen wollen!
Auch die anderen AGs freuen sich auf eure aktive Beteiligung! Hier ist der Link zur Anmeldung für die Plattform der OAW-AGs auf moodle:
https://elearning.univie.ac.at/lvverwaltung/registration?lvnr=370000&sem=S2010&gruppe=1
Wenn ihr euch beteiligen wollt, könnt ihr euch nun auch direkt per E-Mail an uns wenden:
